Tabletop #12: 24.03.2012 – Russisch Roulett & Meine Ahnen.

Endlich mal wieder eine Gelegenheit für ein wenig Tabletopfotografie. Am Samstag den 24. März hat mein Sohn Jan Geburtstag und Oma und Opa sind natürlich eingeladen. Auch habe ich Ideen was ich von Opa und Oma, also Vater und Mutter gerne mal fotografieren möchte und kläre bereits im Vorfeld was sie doch bitte mitbringen möchten. Inspiriert durch den Vorspann eines Films bitte ich meinen Vater, der als Jäger immer auf dem Weg zur Jagd und von der Jagd ist, seinen „Smith & Wesson“ mit zu bringen. Meine Mutter die sich überhaupt nicht für die Jägerei interessiert bitte ich einen alt Anhänger für eine Kette mitzubringen. Auf den Anhänger ist auf der Vorder- und Rückseite je ein Bild mit meinem Opa und seine Geschwister aus der Zeit um 1915-1920 zu sehen. Zu meinem Glück fotografiert mein Sohn auch gerne und es macht ihm nichts aus wenn wir an seinem Geburtstag fotografieren. Leider meldet sich meine Mutter dann an Jan seinem Geburtstag krank, sie liegt im Bett und so kommt der Opa alleine.

Jan sein Opa, also mein Vater, kommt dann so gegen Mittag und ich habe Tabletop und Licht schon aufgebaut und alles so weit vorbereitet. Wir beginnen mit Vaters „Smith & Wesson“ das Bild soll den Namen „Russisch Roulett“ bekommen. Ich möchte hier gleich klar stellen, dass es hierbei nicht um Gewaltverherrlichung oder so etwas geht, auch benötige ich keinen Psychiater weil die Gefahr bestünde ich könne Amok laufen oder so etwas. Es ging mir bei der Aufnahme nur darum die Waffe so wie sie aussieht, tief schwarz brüniert mit im Licht glänzenten hellen Stellen, darzustellen. Als Farbpunkt sollten nur eine einzelne Patrone, eben „Russisch Roulett“, und der Griff der Waffe herhalten. Die Waffe sollte kalt und unpersöhnlich aber edel in der Verarbeitung erscheinen. Die Herausforderung bestand in der Beleuchtung und der Reinheit der Oberfläsche. Da es sich, von der Brünierung mal abgesehen, um blanken Stahl handelt der gut eingeölt seim muss damit sie nicht verrostet sammeln sich da gerade bei einem Jäger, für den sie nur ein Werkzeug ist und sie auch so behandelt, jede Menge Schmutz Partikel an. Von dem Kampf mit den Fingerabdrücken mal ganz abgesehen. Die Patrone musste ich sogar regelrecht mit Messingpolitur polieren, das Foto verzeiht nichts. Dass der Untergrund nicht einfach werden wird war mir klar, denn selbst der Bühnenmolton ist nicht so schwarz wie die dunkelsten Stellen der Waffe, die ja eben auch richtig schwarz sein sollten. Somit steckte noch einmal reichlich Arbeit in der Bildnachbearbeitung. Aber im Nachhinein möchte ich sagen, dass das Bild so geworden ist wie ich es mir vorgestellt hatte.

Russisch Roulett

Russisch Roulett

Als nächstes stand der Anhänger meiner Mutter auf dem Programm. Fotografisch war er keine große Herausvorderung. Das Bild sollte warm und freundlich wirken. Mit der Frage des Untergrunds hatte ich mich auch schon beschäftigt und entschied mich für die Ecke eines alten Taschentuchs auf der unbenutzten Rückseite eines Brotbrettchens.

Anhänger Seite 1

Anhänger Seite 1

Die eine Seite zeigt von links nach rechts: Tante Magarethe, Tante Enne und Tante Greta. Tante Greta, also meine Urtante, habe ich noch gekannt. Eine kleine lebenslustige Person die noch im hohen Alter ihren Fernseher selbst eingestellt hat, ihren Urlaub selbst organisiert hat und Karten gespielt hat. Ich habe sie als Kind gerne besucht.

Anhänger Seite 2

Anhänger Seite 2

Die zweite Seite zeigt von links nach recht: Onkel Heiner und meinen Opa Christian. An Onkel Heiner kann ich mich nur noch sehr dunkel erinnern. Er lebte in Hamburg und war nur hin und wieder bei Familienfeiern hier in Frankfurt. Aber ich habe ihn als sehr netten Menschen in Erinnerung der sich bei den Familienfeiern meist um uns Kinder gekümmert hat. Opa Christian, der war wie man sich ein Opa vorstellt, ein toller Opa.

Leider lebt niemand von den Menschen auf dem Anhänger mehr, an drei von den fünf kann ich mich noch erinnern, was mit den Anhänger mal geschähen wird kann man jetzt noch nicht sagen. Irgend wann werden die fünf mal ganz vergessen sein und sich niemand mehr an sie erinnern, hoffentlich leben sie dann noch durch meine Bilder weiter.

Über Feedback, Anregungen und konstruktive Kritik würde ich mich sehr freuen!

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