Vanitas Nr. 3 und „Wieviel Bildbearbeitung ist gut“

Vanitas Nr.: 3.5 Vintagemuster (zum Vergrößern anklicken)

Vanitas Nr.: 3.5 Vintagemuster (zum Vergrößern anklicken)

Endlich mal wieder Zeit ein Vanitas-Stillleben zu fotografieren. Da der erste Versuch dieses Bildes, der jetzt schon einige Zeit zurückliegt, mir überhaupt nicht gefallen hat und ich ihn daher auch nicht veröfentlicht habe, habe ich es endlich ein zweites mal versuchen könen.

Allerdings stellt sich mir immer wieder die Frage: „Wieviel Bildbearbeitung ist gut“ bzw. wieviel darf oder sollte man ein Bild nachbearbeiten. Man sieht immer wieder Bilder, nicht nur von Stillleben, die reichlich nachbearbeitet wurden. Das geht so weit, dass entweder Elemente in das Bild gebracht werden die nicht auf dem original Foto sind oder das Foto so stark verfremdet wird, dass es fast wie ein Gemälde aussieht. Manche dieser Bilder gefallen mir, andere finde ich einfach nur schlimm, wenn einfach nur eine Textur darüber gelegt wird und gut ist. Ich selbst tue mir mit solchen Eingriffen etwas schwer, ich habe schon lange gebraucht zu akzeptieren das eine Vignette den Blick des Betrachters durchaus positiv leiten kann. An vielen Photoshop-Filter hat man sich auch irgendwie satt gesehen, was ein Grund für meinen zögerlichen Einsatzt solcher Mittel sein könnte. Aber ich habe dieses Bild mal ganz bewusst genommen und es auf unterschiedliche Art und Weiße nachbearbeitet.

Vanitas Nr.: 3.0 Das Ausgangsbild

Vanitas Nr.: 3.0 Das Ausgangsbild (zum Vergrößern anklicken)

Bei dem Bild oben wurde nur mein Standard-Workflow eingesetzt, d.h. an der RAW-Datei Weißabgleich, Tonwertanpassung und etwas Kontrast wie die Sättigung angehoben und zum Schluß etwas nachgeschärft. Diese Nachbearbeitung mache ich bei allen meinen Bildern, mal mehr, mal weniger intensiv. Den Helligkeitsgradienten von links nach Rechts habe ich durch die Beleuchtung mit einer Wabensoftbx erreichen können. Das Auge des Betrachters soll von links oben nach rechts unten wandern.

Vanitas Nr.: 3.1 Vignette rechts (zum Vergrößern anklicken)

Vanitas Nr.: 3.1 Vignette rechts (zum Vergrößern anklicken)

Bei Bild Nr.3.1 haben ich zusätzlich, wie ich es inzwischen gerne mache, eine Vignette in den rechten Bereich des Bildes gelegt und so den Helligkeitsgradienten noch verstärkt.

Vanitas Nr.: 3.2 Dunkler Rand (zum Vergrößern anklicken)

Vanitas Nr.: 3.2 Dunkler Rand (zum Vergrößern anklicken)

Ab dem Bild Nr..3.2 habe ich mal etwas neues ausprobiert. Ich habe eine Ebene mit einer Textur darüber gelegt. Diese Textur ist am Rand dunkler wie in der Mitte und verändert die Mitte des Bildes faktisch kaum. Ähnlich wie bei einer Vignette soll das Bild dadurch eingerahmt werden.

Vanitas Nr.: 3.3 Heller Rand (zum Vergrößern anklicken)

Vanitas Nr.: 3.3 Heller Rand (zum Vergrößern anklicken)

Das Bild Nr. 3.3 geht den Umgekehrten Weg, sprich ich habe die Ebene mit der Textur einfach invertiert. So erhalte ich ein Bild, dass am Rand einen helleren Saum hat, ähnlich wie bei einer alten Fotoplatte (einige können kaum noch etwas mit Analogfilmen anfangen und ich spreche hier von Fotoplatten, wer kennt die eigentlich noch?). Auch dadurch wirkt das Bild wie eingerahmt aber eben gleichzeitig auch wie eine sehr alte Aufnahme auf Platte.

Vanitas Nr.: 3.4 Mustertextur (zum Vergrößern anklicken)

Vanitas Nr.: 3.4 Mustertextur (zum Vergrößern anklicken)

Bei dem Bild 3.4 werde ich dann ganz übermütig, ich verwende wieder eine Ebene mit einer Textur, die Textur aber ein richtiges florales Muster. Entgegen vieler Beispiele im Internet habe ich die Ebene nicht einfach darübergestülpt und gut sein lassen. Mir hat sich nicht erschlossen was dieses florale Muster auf Zitrone oder Schädel zu suchen haben sollte. Also habe ich die ebene somit einer Maske bearbeitet, dass nur der rote Hintergrund mit der Textur versehen wird, das wirkt dann ein wenig wie eine Stofftapete. Ich finde den Effekt gar nicht mal so schlecht nur finde ich dass er etwas von den eigentlichen Objekten auf dem Bild ablenkt.

Vanitas Nr.: 3.5 Vintagemuster (zum Vergrößern anklicken)

Vanitas Nr.: 3.5 Vintagemuster (zum Vergrößern anklicken)

Zum Schluß das Bild Nr. 3.5, der letzte Versuch. Eine Textur die eine Art der Oberfläschenbeschädigung oder Alterung des Bildes darstellen soll (ich schreibe jetzt nicht schon wieder von der Fotoplatte). Mir gefällt diese Variante am besten, obwohl ich das Bild ganz oben irgendwie auch nicht schlecht finde. Evtl. muss ich mich selbst an diese Art der Nachbearbeitung noch gewöhnen um sie voll und ganz zu akzeptieren, ähnlich gimng es mir ja auch bei den Vignetten zu Anfang. Nur die Effekte sollten sich abwechseln, dass man sich nicht daran satt sieht.

Mich würden dazu mal die Meinungen meiner Blogleser sehr interessieren, wie denkt ihr darüber? Bitte stimmt ab und schreibt mal Eure Meinung bitte dazu! Und bitte keine Scheu, aus meinen Statistiken weiß ich das viel mehr diesen Blog lesen als etwas darin zu kommentieren!

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5 Kommentare zu “Vanitas Nr. 3 und „Wieviel Bildbearbeitung ist gut“

  1. laurazeitlos sagt:

    Hi Oli,
    mir fehlt die Harmonie im Bild. Gerade bei Stilleben,spielt die Harmonie eine große Rolle..auch die Farbharmonie. Das kräftige Rot erschlägt mich fast und die Zitrone zieht auf jeder Bearbeitung meinen Blick auf sich und blendet erstmal alles Andere aus. Der Bildschnitt ist mir Rechts zu groß und Links zu knapp am Schlüssel.
    LG,Laura

  2. laurazeitlos sagt:

    Zum Thema Bildbearbeitung kann ich nur folgendes sagen :
    gerade in dem Bereich,zählt zu allererst dein eigener Geschmack! Es gibt soviele Arten von Bearbeitungen,das es kein Richtig oder Falsch gibt. Wenn du für dich arbeitest,muß es deinen Geschmack treffen..Peoplefotografie: da muß es in erster Linie dir und deinem Model gefallen und bei Auftragsarbeiten,steht der eigene Geschmack außen vor.
    LG,Laura

  3. Emanuela de Leva Vacca PHOTOGRAPHER sagt:

    mi dispiace molto,ma non capisco!!! ciao Em

  4. Alexander sagt:

    Hallo Oli,

    ich finde nicht, dass das rot zu dominant ist. Allerdings habe ich eine Farbseh-Schwäche und mein Monitor ist nicht kalibriert. Vielleicht bin ich gar nicht kompetent, das zu entscheiden ;).

    Generell finde ich die Idee mit dem Blumenmuster gut. Ich kann mich nicht so recht entscheiden, ob ich die Variante 3.3. und 3.4 am besten.
    Ich glaube, die Reflektionen auf dem Schädel und auf der Flasche (man erkennt sogar die Lichtquelle) lenken mich mehr ab. Die hätte ich eventl. etwas abgemildert.

    Ansonsten, klasse Arbeit, gefällt mir gut. Ich wünschte, ich hätte so einen tollen Tisch, auf dem ich Sillleben arrangieren könnte.

    Liebe Grüße
    Alexander

  5. paleica sagt:

    also ich finde alle arten der bearbeitung hier vorsichtig genug, dass sie nur wirken, aber nicht auffallen. ich bin definitiv kein freund der montage – hineinretuschieren geht gar nicht. wegstempeln ist in einigen fällen in ordnung, muss aber auch nicht immer sein. ich bin einfach der meinung, wenn zu wild bearbeitet wird, ist es in composing oder etwas in der art, aebr sicher kein foto mehr.

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